Sandra Birkenfeld

An welchen Welt, Nationalen und Regionalen Spielen hast du schon teilgenommen?

Nationale Spiele in Düsseldorf 2014, Hannover 2016 und Kiel 2018;
Regionale Spiele in Hamburg 2013 und in Bremen 2017.

Auf was freust du dich bei den Weltspielen?

Ich freue mich, auf andere Frauenteams zu treffen und natürlich auch, ein völlig anderes, fremdes Land kennen zu lernen. Aber ich finde es besonders spannend, wie sich unser Team im Laufe der Spiele weiterentwickeln wird. Wir sind eine komplett gemischte Mannschaft aus verschiedenen Regionen mit unterschiedlichen Spielertypen, so dass wir uns vor den Spielen und währenddessen als Mannschaft erst finden müssen. Es wird spannend werden, diesen Prozess zu beobachten.

Ich finde es toll, dass es ein reines Frauenturnier ist, wo unsere Damen unter den vielen Herren nicht zu kurz kommen, sondern Verantwortung übernehmen müssen und über sich hinauswachsen können. Man hat schon während der reinen Frauen-Spiele in Kiel gesehen, wie toll sich die Mädels dort präsentiert haben. Natürlich bin ich aber auch stolz, dass wir Deutschland vertreten dürfen.

Was agst du am Unified Sport?

Unter sportlichen Aspekten: Als Trainer dürfen wir während des Spiels nicht auf das Spielfeld laufen. Unser Einfluss von außen ist begrenzt. Deshalb finde ich es toll, wenn man Unified-Spieler hat, die direkt auf dem Spielfeld die Athleten unterstützen können. Dadurch entsteht oftmals ein flüssigeres Spiel. Am Tollsten ist es, wenn gemeinsam Tore erzielt werden und der Unified-Spieler nicht zwingend selbst das Tor wirft, sondern andere werfen lässt, die sonst nicht zum Wurf kämen.

Natürlich finde ich es grundsätzlich gut, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen zu bringen, Berührungsängste oder Vorurteile aus dem Weg zu schaffen. Unified Sport ist für mich Inklusion.

Was kannst du am Besten? Was ist deine Bestleistung?

Als Spielerin ist meine Lieblingsposition der Kreis. Vergleichbare Bestleistungen, wie in anderen Sportarten, gibt es nicht. Aber ich denke, dass es auch für mich eine Art Bestleistung als Spielerin ist, wenn wir als Mannschaft gemeinsam aufsteigen. Im Verein ist uns das letzte Saison gelungen. Da sind wir in die Landesliga aufgestiegen.

Wie oft gibst du Training? Was ist dein Ziel?

Wir haben einmal die Woche Training. Mein Ziel ist es einerseits, dass unseren Spielern mit Beeinträchtigung überhaupt das Handballspielen ermöglicht wird, und andererseits, dass sie sich persönlich weiterentwickeln können. Unser Ziel wird es natürlich auch, bei den nächsten Nationalen Spielen in unserer Gruppe die Goldmedaille zu bekommen.

Wer ist dein Vorbild?

Meine Mama. Sie hat immer gute Laune, ist sehr fleißig und sie hat ein großes Herz.

Wie würdest du gerne die Welt verbessern?

Ich würde mir wünschen, dass es weniger Egoismus auf der Welt gibt. Und ich bin dafür, dass man den Druck aus der Gesellschaft nimmt, alles immer besser, schneller und größer machen zu müssen. 

Was ist anders, seit du bei Special Olympics mitmachst?

Ich habe mich noch mal komplett beruflich neu-orientiert. Ursprünglich war ich im kaufmännischen Bereich tätig, habe dort meine Ausbildung absolviert und mehrere Jahre lang gearbeitet. Seitdem ich aber meine Mannschaft aufgebaut habe und trainiere, weiß ich, ich muss etwas in diesem Bereich arbeiten.

Es sollte eigentlich mein Hobby bleiben, aber es ist zu einer Aufgabe für mich geworden und ich habe große Lust bekommen, beruflich in diesem Bereich tätig zu sein und ein Studium der „Sozialen Arbeit“ begonnen. Das liegt zwar nicht nur an Special Olympics an sich, aber schon an meiner Mannschaft und an den Turnieren sowie den Ereignissen, die ich mit der Mannschaft bei Special Olympics erleben durfte.

Auf was bist du besonders stolz?

Darauf, dass ich vor sechs Jahren die Entscheidung getroffen habe und den Mut hatte, eine Handball Handicap-Mannschaft aufzubauen und die Entwicklung meiner einzelnen Spieler – sowohl sportlich als auch in ihrer Persönlichkeit. Stolz bin ich aber auch, dass unsere Mannschaft so gut in unserer Handballabteilung im Verein integriert ist. Das war sehr viel Arbeit.

Was sind deine Hobbies?

Handball (natürlich, ich bin auch selber aktiv), die Fußballbundesliga und da die Spiele von Werder Bremen, kochen, backen, basteln und Freunde treffen.

Hast du eine Arbeit? Wo? Wie lange arbeitest du schon dort?

Wie bereits erwähnt orientiere ich mich momentan neu und studiere Soziale Arbeit an der Hochschule Bremen. Im Herbst mache ich meinen Abschluss, dann folgt ein Anerkennungsjahr und danach könnte ich mir unter anderem sehr gut vorstellen, in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu arbeiten.